Pilzzucht für Anfänger – Pilzgenerator

Die Spielhilfe mit Ergänzungen zur Zoo-Botanica Aventurica und einer abgespeckten Würfelvariante des Pilzgenerators gibt es auch als Download im neuen PDF-Look, wie ich ihn wohl für die kommenden Projekte auch verwenden werde.

http://www.selemer-tagebuecher.de/wp-content/plugins/downloads-manager/img/icons/Pilz.jpg Pilze Aventuriens (1.15MB)
Eine kleine Spielhilfe mit Ergänzungen der Zoo-Botanica Aventurica zum Thema Pilze

Seltsame Pilze

In Derens Naturae herrscht eine tsagefällige (und nur der wahrhaft Unkundige mag meinen eine niederhöllisch chaotische) Vielfalt. Neben manchem exotischen Kraut, welches der gemeine Bürger allenfalls aus Legenden oder Seemannsgarn weitgereister Abenteurer kennet, sind es die zahllosen Schwämme, Schirmlinge und Haubengewächse unter den Pflanzen welche er oftmals gänzlich missachtet. Werden sie nicht gerade von den solcherlei Gewächs kundigen Zwergen zu Bier oder heißen Eierpfannkuchen verarbeitet und dem Unkundigen vorgesetzt, so sind die meisten dieser seltsamen Pflanzen unter den Menschen allenfalls als Einträge auf dem Wehrheimer Index im Appendix III unter dem Paragraphen „Verachtete Gifte“ bekannt.

Widugrein von Bärwalden (zeitgenössisch)

Wie in dieser Quelle beschrieben geht es auch den meisten Spielern, die mit ihren Helden Aventurien bereisen, nicht zuletzt weil die Zoo-Botanica nicht all zu viel zu der Thematik hergibt (jenseits belangloser Auflistungen und Beschreibungen). Dass es viele seltsame, gefährliche, nützliche und spannenden Fungi zu entdecken gibt will diese Spielhilfe an einigen Beispielen exemplarisch zeigen und dass der Kreativität dabei kaum Grenzen gesetzt sind kann vielleicht der „Pilzgenerator“ illustrieren. Damit werden Pilze, Schwämme und Trüffel in allen Farben und Wirkungen erstellt.
Auch ein Blick in die Pilz-Galerie bei Flickr liefert nicht nur schicke Illustrationen, sondern auch Pilze in allen Farben und Formen:

First Fungi Cobalt Crust Fungi? Orange Funghi 20101016D300_7002 Shroommss 1010_0400 Green Stain Shroom! Fungus Sulphur Tuft Mushrooms Fungus Orange Mushrooms Fungus Yellow staghorn (calocera viscosa) Hongo feo Fungus Mushrooms Alaskan Forest Caloplaca sp. Lichen at Mount Assiniboine Provincial Park blutmilchpilz Even More Curious pycnoporus sanguineus - Red fungus curious toadstool cupcake picks very curious fungus Curious looking fungi greened Orange Tree Rash Fungi Pie Micro-landscape

Efferdsatem

Ein wunderliches Kraut ist der Efferdsatem mancherorts auch als Wasserpilz oder Efferdlieb bekannt. Meist ist er nicht einmal fingergroß und von feuchtglänzender graublauer Farbe. Er gedeiht zwar vorzüglich in dunklen Kellern und Höhlen, wo ihn die Angroschim auch anpflanzen, doch ist er aufgrund seiner besonderen Natur beinahe überall anzutreffen. Denn wie eine durstige Thorwalerkehle den Gerstensaft geradezu anzuziehen scheint, zieht er die Feuchtigkeit an. Mag es an heißen Sommertagen viele Stunden dauern sind es in feuchten Umgebungen wenige Augenblicke und aus dem unscheinbaren Pflanzenstumpen wird eine faustgroße blaue Wasserkugel, welche man mit etwas Kraft auspressen kann wie eine reife Frucht. Ein Umstand den sich einige Expeditionen zu nutze machen. Sie führen ganze Taschen Efferdsatem mit sich, um so stets eine Notration Wasser bei sich zu haben. Ein ferngereister Handelsmann berichtete mir ähnliches, nämlich dasss es selbst in den Wüsteneien des Südens in den Sand gegrabene Keller gäbe, in denen sorgsam versteckt das Gewächs dem kundigen Durstigen Rettung verspricht.

Adeptus Farsonius zu Rommilys, Tagebucheintrag 22. Praios 1022 BF

Typ: Nutzpflanze
Gebiet: ganz Aventurien
Verbreitung:
natürlich wächst er an lichtarmen feuchten Standorten wie Kellern und Höhlen jeder Größe (gelegentlich), schattige Plätze in Wäldern und Gebirge (selten)
Bestimmung:
+3
Ernte:
ganzjährig (sofern kein Frost)
Grundmenge: ½ Maß
Dosis und Wirkung:
liefert ausgedrückt ein halbes Maß reines bekömmliches Trinkwasser.
Haltbarkeit: der Pilz bei guter Pflege mehrere Jahre, das Wasser unbeschränkt
Preis:
3 S je Pilz
Besonderheit:
Der Pilz regeneriert sich je nach Umgebung zwischen 1W6 Spielrunden (in einem tulamidischen Dampfbad), 2W6 Stunden (normale Keller & Höhlen) und 1W6+1 Tagen (lichtgeschütztes aber luftiges Versteck in der Wüste). Bei jedem Ernten (Ausdrücken) ist eine FF-Probe -5 notwendig. Bei einem Scheitern der Probe ist der Pilz beschädigt worden und regeneriert sich nicht mehr.

Bröselmoos

In den Bergen und in tiefen Wäldern wächst das unscheinbare Bröselmoos, welches sich äußerlich kaum von einem gewöhnlichen Moos unterscheidet. Doch für den Reisenden kann es fatale Folgen haben auf diesem Moos herum zu trampeln, denn es wo zuvor fester trittsicherer Grund oder weicher federnder Waldboden war, verbirgt sich unter dem dichten Moos oft ein tückisches Geröllfeld oder ein weicher tiefer Morast, der durch die Wurzeln des Bröselmooses verursacht wird.

Typ: Gefährliche Pflanze / Nutzpflanze
Gebiet: ganz Aventurien nördlich der Khom
Verbreitung:
dichte Wälder und bewaldete Berghänge (selten)
Bestimmung: +9
Ernte:
ganzjährig
Grundmenge:
3W20 Unzen
Dosis und Wirkung:
Das Moos frisst den darunter liegenden Stein bis zu einem Spann tief an und lässt ihn porös und bröckelig werden.
Haltbarkeit:
feucht gehalten 2W6 Tage
Preis: 5 D je Stein

Drachenspucke

„… ich versteh’s nich, was die hohen Herren sich da immer denken. Da buddeln und hacken wir uns sicher fünf Tage lang das Werkzeug stumpf am Granit unter der Stützmauer und dann schwups kommt der Hauptmann mit einem großen Tiegel Drachenspucke und die verdammte Stützmauer ist innerhalb eines Tages in Trümmern versunken.“

Gerwin Flachsbauer, Angbarer Sappeur (neuzeitlich)

Typ: Abbruchhilfe
Zubereitung: Das Moos kann entweder sorgfältig getrocknet oder aber frisch in eine Paste verarbeitet werden.
Verarbeitung:
+8 (Trocknen) /+4 (Paste)
Grundmenge: 40 Unzen für einen Rechtschritt Gestein mit StP 100 und Härte 35)
Dosis und Wirkung:
Auf eine Fläche von Fels oder Mauerwerk lose gestreut und begossen (oder entsprechend mit einer Paste bestrichen) sorgt Wärme (z.B. mit heißem Wasser begossen oder durch Zuwedeln der heißen Luft eines Feuers) innerhalb kurzer Zeit (2W6+6 SR) für das Wachstum einer ganzen Wand dichten Mooses mit den entsprechenden Schäden an dem darunter liegenden Gestein.
Beginn: Bei kontinuierlichen Wärmezufuhr innerhalb 1W6 SR, ohne Wärme 2W6 Stunden
Haltbarkeit:
Trocknen (1 Jahr) / Paste (W3+1 Monate)
Preis: 10 D je Stein

Gilbornsmorchel

Ein seltener Gast in der garethischen Küche ist die gelbe Gilbornsmorchel. Ein fingerhohes rundes Gewächs welches dank seines leicht nussartigen Geschmacks nicht nur recht wohlschmeckend ist, sondern auch gerne zu Abend gegessen wird, soll es doch eine beruhigende und erholsame Wirkung haben.

Typ: Nutzpflanze
Gebiet: Aventurien
Verbreitung: Auwälder (gelegentlich), Sümpfe (gelegentlich), Waldrand und Wiesen (sehr selten)
Bestimmung: +4
Ernte:
Sommer/Herbst
Grundmenge: 1W6 Pilze
Dosis und Wirkung:
erzeugt eine wohltuende Schläfrigkeit (Regenerationswurf +1) und senkt den Aberglauben für eine Nacht um 2 Punkte.
Beginn:
2W6 SR
Haltbarkeit:
3 Tage / getrocknet 1 Jahr
Preis:
5 S / getrocknete Portion 1 D
Besonderheit: In 10% der Fälle (19-20 auf W20) kommt es zu Nebenwirkungen und die Zunge schwillt innerhalb kürzester Zeit für 1W6 Stunden so stark an, dass an Sprechen oder Essen nicht zu denken ist.

Grauer Lammröhrling

Die grau-weißen feinen Härchengaben, die ihm das flauschige äußere eines jungen Lammes verleihen, gaben dem grauen Lammröhrling seinen Namen. Aus dem Saft lässt sich eine Tinktur gewinnen welche unter den feinen Herrschaften an den Höfen Aventuriens unter dem Namen Lämmerglanz bekannt ist und dort als Schönheitsmittelchen häufig im Einsatz ist. Auch unter den Nachtschwärmern und Raufbolden an den Akademien respektive in den Spelunken Aventuriens ist diese Tinktur bekannt, wo sie allerdings weniger die Falten im Gesicht, sondern vielmehr ein Veilchen oder die Ringe unter den Augen beseitigen hilft.

Typ: Nutzpflanze
Gebiet:
Westaventurien nördlich von Neetha.
Verbreitung: Wald (gelegentlich), feuchte Wiesen und Wegränder (selten)
Bestimmung:
+4
Ernte:
Sommer/Herbst
Grundmenge:
1W20 Röhrlinge je Fundort
Dosis und Wirkung:
mit dem feuchten Anschnitt eines Lammröhrlings wird die betreffende Hautpartie betupft, worauf sich die Haut darunter in eine wahre Babyhaut verwandelt: Flecken und Falten verschwinden für 3W6 Stunden
Beginn:
innerhalb von 1 SR
Haltbarkeit:
1 Tag
Preis:
5 S je Pilz

Lämmerglanz

Typ: Schönheitsmittel
Zubereitung:
Der graue Lammröhrling wird zerkleinert in Alkohol für eine Woche gelagert und der Auszug dann mit Salbenfett zu einer Paste verarbeitet
Verarbeitung:
+5
Grundmenge: 10 Röhrlinge für eine Portion mit 4 Anwendungen
Dosis und Wirkung: Die Paste wird auf die Haut gestrichen und lässt die Haut glatt und weich wie die eines Neugeborenen werden. Flecken, Falten und kleinere sichtbare Schrammen verschwinden für 2W6+3 Stunden.
Beginn:
1 SR
Haltbarkeit:
2 Jahre
Preis:
10 D (Portion)

Firunsfäustling

Der Firunsfäustling, Eisfinger oder Nagrachssaftling genannte Pilz findet insbesondere in der Alchemie und unter Illusionisten eine Anwendung, auch die Firunskirche soll in einigen Ritualen Verwendung für ihn haben. Während Jahrmarktskünstler damit einige harmlose nebulösen Effekte erzeugen, verwenden es die erstgenannten für das Erzeugen von Eis, wo sie sonst in höchste Gebirge steigen oder auf den nächsten Winter warten müssten. Finstere Gestalten sollen sich angeblich die Eigenschaften des Firunsfäustling allerdings auch zu ihren Zwecken nutzbar gemacht haben, um damit heimtückische Sabotage zu betreiben.

Typ: Giftpflanze
Gebiet:
nördliches Aventurien
Verbreitung:
Gebirge (gelegentlich), Wald- und Hügelland (selten)
Bestimmung:
+6
Ernte:
Herbst
Grundmenge:
1W20 Pilze
Dosis und Wirkung:
An den Lamellen des Pilzes befindet sich ein klares zähflüssiges Sekret, das bei Hautkontakt eisige Kälte erzeugt und dadurch schmerzhafte Verbrennungen verursachen kann (W3+1 SP). Eine aus fünf Pilzen und einer Portion Salbenfett gewonnene Paste lässt Gegenstände oder Körperteile auf niederhöllische Temperaturen absinken. Der gepresste Saft eines Firunsfäustlings lässt ca. ein Maß Wasser gefrieren (oder auf eine entsprechend feuchte Oberflächen von etwa einem Rechtschritt gesprüht spiegelglatt werden).
Beginn:
W6 KR
Giftstufe:
6
Haltbarkeit: frisch 2 Tage/Saft 2 Wochen/Paste 3 Monate
Preis:
1 D/Pilz / 3 D Saft /10 D Paste

Gepünkelter Drachenköpfling

Meist in kleineren Grüppchen in Nadelwäldern ist der Gepünkelte Drachenköpfling anzutreffen

Typ: Nutzpflanze
Gebiet:
ganz Aventurien südlich der Linie Thorwal-Festum
Verbreitung:
Wald (gelegentlich), Sümpfe (selten), Sumpfwiesen (sehr selten)
Bestimmung:
+6
Ernte:
Sommer/Herbst
Grundmenge:
1W6 +2 Pilze
Dosis und Wirkung:
Während eine frischer Drachenköpflings nur einen geringen Effekt hat und die Ausdauer um 2 Punkte für 1 W6 Stunden erhöht zeigt sich die ganze Kraft des Pilzes in getrocknetem Zustand. Das Lutschen eines getrockneten Drachenköpflings stärkt die Ausdauer für 1 Tag (AU+4 auch über das Maximum hinaus) und verleiht für 2W6 SR ein fotografisches Gedächtnis.
Beginn: 20 KR
Haltbarkeit:
frisch 1 Tag/getrocknet 1 Jahr
Preis:
2 S / 1 D
Besonderheit:
Manche Exemplare ( (in 10 % der Fälle, insbesondere ältere oder verdorbene Pilze) erzeugen ein wahrhaft drachisches Feuer im Mund des Konsumenten, was zu W3 SP und dem Verlust jeglichen Geschmackssinns für 1W6 Tage führt.

 

Pilzgenerator

Wer sich nicht sehr gut mit Pilzen auskennt mag das eine oder andere Mal eine böse Überraschung erleben, wenn er sein Fundstück einfach verspeist. Der Generator verzichtet weitgehend auf schlichte Speisepilze bzw. Pilze ohne spielrelevante Wirkung. Das Download-PDF enthält ebenfalls einen Auszug des hier angebotenen Pilzgenerators.



Grüner Ogerzeh

Verabreichungsform: gebraten im Essen
Wirkung:
stärkt den Kreislauf (AU für 1 Tag +3) und schmeckt hervorragend

Ziegelroter Ogerfinger

Verabreichungsform: Bepinseln der betreffenden Hautstelle
Wirkung:
lässt Warzen, Pickel und kleine Narben verschwinden

Grünblättriger Goblinzunge

Verabreichungsform: Einatmen der Sporen
Wirkung:
steigert den Wert Prophezeien kurzfristig (2W6 Spielrunden) um 1W6+2 Punkte

Grünlicher Blätterschemel

Verabreichungsform: in Kombination mit einem anderen Wirkstoff (Pilz, Pflanze etc. auch unabsichtlich!) verabreicht
Wirkung:
Herzrasen und Adrenalinschub (INI+5, AU-5)

Roter Pferdeschleierling

Verabreichungsform: Trinken eines eingekochten Suds getrockneter Pilze
Wirkung:
wirkt beruhigend (eventuelle Ängste sinken für 1W6 Stunden um 2) und einschläfernd (Proben auf Wache halten +2)

 
 

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Datum: Sonntag, 19. Dezember 2010 19:30
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9 Kommentare

  1. 1

    Wirklich sehr gelungene Spielhilfe. Das Thema ist schön aufbereitet und mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Am besten gefallen mir die Bilder, Visualisierung holt echt ne Menge mehr aus so einem Thema raus.

    Und der Generator spuckt auch sehr interessante Namen aus.

  2. 2

    [...] Zu den Aventurischen Pilzen [...]

  3. 3

    Die Seitennummerierung in der PDF beginnt bei 6. ;)

  4. 4

    Sehr schöne Hilfe und noch schönerer Generator!

    Die Nebenwirkung des Gepünkelter Drachenköpfling im pdf passt zwar, aber ist er wirklich ein Speiepilz oder doch eher ein Speisepilz? ;)

  5. 5

    @Feyamius: Die Seitennummerierung ist mehr oder weniger Absicht. Die Pilze sind so etwas wie ein Abfallprodukt meiner Sammlung Zufallsereignisse im Sumpf. Diese Sammlung hat eben 5 Seiten, so dass die Pilze eben auf S. 6 kommen ;-)
    @Belfionn: Du kennst den berüchtigten Speiepilz nicht? Der Konsum dieses Pilzes löst einen Imperavi-ähnlichen Zwang zum Speien aus. Ok, ok ich korrigiere das noch…

  6. 6

    Ich find Speipilz gar nicht so übel, hat was … also doch ja, übel schon, aber nicht so.

  7. 7

    [...] letzter Zeit sind einige äußerst interessante Ausführungen zur aventurischen Pilzwelt in der Blogosphäre erschienen. Da kann ich natürlich nicht nachstehen [...]

  8. 8

    [...] den letzten Wochen zwei neue Spielhilfen erschienen. Zum einen eine 5-seitige Spielhilfe zum Thema aventurische Pilze inklusive eines Pilzgenerators für den Spielleiter. Sowie eine Ergänzung zum Vademecum des [...]

  9. 9

    Hach ich wusste es schon immer, nichts ist besser als die Realität:
    http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,748833,00.html